Der Freundeskreis Braunschweiger Polizeigeschichte hat sich die Aufgabe gestellt, an der Aufarbeitung der historischen Entwicklung der deutschen Polizei mitzuwirken. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sammlung, Archivierung, Erschließung und Bereitstellung von Materialien zur Geschichte der Polizei der Stadt Braunschweig sowie des Verwaltungs- bzw. Regierungsbezirks und des  ehemaligen Landes Braunschweig.  Daneben hält der Freundeskreis in gesonderten Sammlungen auch Archivalien aus anderen Polizei-bereichen vor, so z. B. zu den Polizeien anderer Bundesländer und zur Volkspolizei in der ehemaligen DDR.

Der Kreis setzt sich aus ehemaligen und im Dienst befindlichen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten sowie weiteren Personen zusammen, die am Werden und Wirken der Polizei interessiert sind. Die Mitgliedschaft steht jedermann offen. Die Arbeit des Kreises geschieht ehrenamtlich und unentgeltlich. Sie erfolgt im Benehmen mit der Polizeidirektion Braunschweig und wird von dieser unterstützt.

Die Aktivitäten des Freundeskreises dienen in erster Linie der Sicherung von Archivgut aus privatem Besitz. Soweit dem Freundeskreis ausgesonderte dienstliche Materialien zur Verfügung gestellt werden, bezieht er diese in seine Arbeit ein. Das Niedersächsische Archivgesetz bleibt unberührt. Archivgut  und Arbeitsergebnisse stehen der Öffentlichkeit, insbesondere auch den Schulen und anderen Ausbildungseinrichtungen, den Polizeibehörden und -dienststellen sowie der historischen Forschung zur Verfügung.

Neuerscheinung

Über die Archivarbeit im engeren Sinne hinaus gibt der Freundeskreis sporadisch Dokumentationen und andere Einzeldarstellungen zu bestimmten historischen Ereignissen und Themen heraus (siehe unten).  Mit seiner Neuveröffentlichung „Mauerfall und Wendezeit“ stellt er zum  fünfundzwanzigjährigen Jubiläum der Vereinigung der beiden Teile Deutschlands  eine Sammlung von Zeitzeugnissen vor, in denen Polizisten aus Ost und West ihre Erlebnisse zur Wendezeit schildern. 24 Autoren, darunter auch mehrere Polizeibeamte aus Niedersachsen, die in Sachsen-Anhalt beim Aufbau einer rechtsstaatlich-demokratischen Polizei mithalfen, sowie sechs ehemalige Volkspolizisten berichten 25 Jahre danach über ihre Eindrücke und Erfahrungen in den Jahren des Umbruchs im zusammenwachsenden Deutschland.

Nicht typische Polizeiberichte, sondern anschauliche, farbige Erlebnisschilderungen bestimmen den Inhalt des Buches. Meinungen und Wertungen, Hoffnungen und Befürchtungen haben Vorrang vor der Aufzählung und Wiedergabe von Fakten. So entsteht auf der Grundlage vieler Einzeldarstellungen aus den unterschiedlichsten Dienstbereichen der Polizei in Ost und West ein mosaikartiges Gesamtbild der Zeit vor, während und nach Grenzöffnung und Mauerfall – ein lebendiges Zeugnis aus der jüngeren deutschen Geschichte, spannend, informativ und authentisch. Und vieles davon wirkt bis in die Gegenwart fort.

Die Polizei hat bei alledem nur eine Nebenrolle gespielt. Aber sie hat die Ruhe bewahrt und selbst Ruhe gehalten. Revolutionen nehmen in aller Welt zumeist einen gewaltsamen Verlauf. Diese Revolution verlief unblutig. Der Wille des Volkes war so übermächtig, dass der Gedanke an eine gewaltsame Unterdrückung gar nicht erst aufkommen konnte. Den Machthabern war die Macht entglitten.

Einer der Autoren, Lothar Jeschke, schildert hierzu, wie der Leiter eines Volkspolizeiamtes gefragt wird, weshalb die Protestdemonstrationen in Leipzig nicht aufgelöst wurden. Die Antwort: „Ja, Genosse, was wollen Sie denn gegen 70.000 Menschen machen?“ Treffender lassen sich Ohnmacht und Resignation der Staatsgewalt kaum darstellen. Die Autoren kommen aus allen Bereichen der Polizei in Ost und West. Ihre Zeugnisse sind in hohem Maße geeignet, auf beiden Seiten mit liebgewordenen Klischeevorstellungen aufzuräumen und können somit einen wichtigen Beitrag liefern zum weiteren Zusammenwachsen der Deutschen.

Das reich bebilderte Buch mit seinen 270 Seiten Hardcover ist im Verlag Edition Limosa erschienen und im Buchhandel ab Anfang August 2014 zum Preis von 19,90€ erhältlich. Es kann zudem beim Herausgeber direkt bestellt werden.

Anschrift: Hans-Hermann Deter, In den Vorlingen 22, 38159 Vechelde, Tel. 05302/3256, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
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Zur Leseprobe "Mauerfall und Wendezeit"

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